Klimaschutz 10 mal selbermachen

Während es in der Osnabrücker Klimaallianz vor allem um politische Arbeit geht, sollen hier 10 konkrete Beispiele genannt werden, um im eigenen Alltag selbst aktiv zu werden.

Die CO2-Bilanz

Jede EinwohnerIn der Bundesrepublik verursacht durchschnittlich 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Diese stammen aus :

(Summen gerundet, andere Treibhausgase sind in CO2 umgerechnet.)

Im Vergleich dazu ist die Pro-Kopf-Emission in Subsahara-Afrika und Indien ca. 1 t CO2/Jahr, in den USA ca. 20 t. Die durchschnittliche, weltweite CO2-Emission, die noch einigermaßen klimaverträglich wäre, liegt bei 2 t pro Mensch. Dafür müssen wir in den Industrieländern unsere CO2-Emissionen bis 2050 fast auf Null reduzieren.

Gutes Leben

Wie sieht gutes Leben in modernen Städten aus, wenn wir globale Gerechtigkeit für alle Menschen wollen? Wenn wir Energie sparen, um jetzt den Klimawandel zu bremsen? Wenn wir den Ressourcenverbrauch an Öl, Bodenschätzen, Land usw. deutlich reduzieren? Wie sieht Arbeit und soziale Sicherheit in Zukunft aus, wenn Wachstum nicht immer so weiter geht? Dies sind die Fragen, an denen wir gemeinsam arbeiten.

Einen Anfang selbst machen

Etwas für Klimaschutz zu tun, bedeutet nicht einfach “Verzicht”, sondern führt gleichzeitig zu mehr Lebensqualität durch besseres Miteinander, durch Entschleunigung, mehr soziale Gerechtigkeit und Bewahrung der Natur. Und: Eine Änderung des eigenen Lebensstils und politische Beteiligung gehören zusammen. Fahrradfahren nutzt den Klima wenig ohne Protest gegen Kohlekraft. Gerade in Städten können BürgerInnen sich wirkungsvoll einmischen – für den Ausbau erneuerbarer Energien, für eine andere Verkehrspolitik oder für Städtepartnerschaften mit Regionen im globalen Süden, die vom Klimawandel besonders betroffen sind.

Hier folgen 10 konkrete Schritte, mit denen jedeR schon mal selbst anfangen kann:

1. Strom sparen im Haushalt

Verzichten Sie auf unnötige Elektrogeräte, achten Sie auf strikt energiesparende Geräte. Vorsicht Falle: Energiespargeräte helfen gar nichts, wenn Sie dafür “mit gutem Gewissen” mehr und größere Technik kaufen! Waschen Sie Wäsche mit voller Maschine, vermeiden Sie Standby.

2. Unabhängige Ökostrom-Anbieter, EE-Genossenschaft

Machen Sie den Atom- und Kohleausstieg selbst durch Wechsel zu einem der vier unabhängigen Ökostrom-Anbieter. Oder zu Stadtwerke-Ökostrom, falls Stadtwerke diese Gebühren nicht in Kohle, sondern nur in Erneuerbare Energien investieren. Das fördert die Neuproduktion von Ökostrom und setzt die Energiekonzerne unter Druck. Beteiligen Sie sich nach Möglichkeit an einer BürgerInnen-Genossenschaft für Erneuerbare Energie.

3. Heizung um 1 Grad runterdrehen, für Dämmung sorgen

Heizen Sie bewusster, lüften Sie kurz. Motivieren Sie als MieterIn ihre VermieterIn zur energetischen Sanierung der Wohnung (Dämmung), lassen Sie sich den Energiepass Ihres Hauses zeigen.

4. Weniger kaufen, Dinge teilen

Entgegen der Werbung ist viel billig kaufen nicht “geil”, sondern verbraucht viel Energie und Ressourcen – und produziert CO2 und Müll. Kaufen Sie weniger und überlegter: “Weniger ist mehr, small is beautifull!” Entmüllen Sie Ihr Leben, teilen Sie Dinge mit anderen.

5. Recyclingpapier nutzen

Recyclingpapier schont die ursprünglichen Wälder, die große Mengen CO2 binden, schont den Lebensraum indigener Völker und verursacht deutlich weniger CO2 als Frischfaser-Papier. Reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch, nutzen Sie nur Papier mit den “Blauen Engel”.

6. Mit Fahrrad, Bus und Bahn statt mit dem Auto fahren

Autoverkehr verursacht große Mengen CO2, betoniert Flächen zu und zerschneidet die Städte. Fahren Sie möglichst oft mit dem Fahrrad (ggf. Pedelec) zur Arbeit, nutzen Sie Öffentliche Verkehrsmittel. Für die Fälle, wenn Sie ein Auto brauchen, treten Sie einem Carsharing bei.

7. Auf Urlaubsflüge verzichten

Mit einem Flug setzen Sie enorme Mengen CO2 in die Luft. Verzichten Sie aufs Fliegen, wann immer es nicht unbedingt erforderlich und nicht alternativlos ist. Vorsicht Falle: “Ausgleichszahlungen” helfen gar nichts, wenn Sie dafür “mit gutem Gewissen” mehr fliegen.

8.  Weniger Fleisch essen oder VergetarierIn werden

Fleischproduktion ist eine der weltweit größten Quellen für CO2-Emission. Für Tierfutter wird Urwald gerodet, Massenhaltung ist Tierquälerei und setzt das besonders schädliche Methan frei. Verzichten Sie möglichst oft auf Fleisch, das schützt das Klima und ist außerdem gesund.

9. Regionale und saisonale Lebensmittel kaufen

Obst und Gemüse wird klimaschädlich durch Transport und Gewächshäuser. Achten Sie darauf, überwiegend Lebensmittel aus Ihrer Region zu nutzen, die jetzt gerade angebaut werden, möglichst aus Biolandwirtschaft.

10. Mischen Sie sich politisch ein – zum Beispiel gemeinsam mit uns!

In einer Gruppe lässt sich oft etwas bewegen. Hauptsache, Sie probieren Ihren Weg – ob Sie nun aktiv werden wollen für bessere Fahrradwege, gegen Kohlekraftwerke, gegen Atomkraft, für Sonnen- oder Windenergie, für Nord-Süd-Partnerschaften usw. Sprechen Sie uns gerne an.

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